Erläuterungen

Wie die Vollerhebungs-Auswertung entsteht

Grundlage

Grundlage dieser Auswertung ist die Vollerhebung der Statistik Austria über das Unfalldatenmanagement(UDM): alle polizeilich erfassten Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Österreich, Berichtsjahre 2023–2025. Anders als bei den Polizeiberichten handelt es sich hier nicht um einen Ausschnitt aus Presseaussendungen, sondern um die amtliche Gesamterhebung.

Im Rohformat liefert Statistik Austria je Berichtsjahr eine CSV-Datei, in der jede Zeile eine an einem Unfall beteiligte Person beschreibt — mit allen Merkmalen von Unfall, Ort, Beteiligung und Person nebeneinander. Für diese Auswertung wurden die Daten in vier zusammenhängende Tabellen zerlegt: Unfall → Ort → Beteiligung → Person (ein Unfall hat ein bis zwei Orte bei Kreuzungen, eine oder mehrere Beteiligungen, und jede Beteiligung eine oder mehrere Personen).

Datensparsamkeit beim Import

Schon beim Import aus den amtlichen Rohdaten in die Auswertungs-DB werden Merkmale entfernt oder bewusst vergröbert, die für diese Auswertung nicht gebraucht werden — unabhängig von der aggregierten Darstellung weiter unten. Konkret:

Diese Reduktion passiert einmalig und unwiderruflich beim Import, bevor überhaupt eine Auswertungslogik läuft — eine erste, von der API/GUI-Aggregation (siehe »Datenschutz bei der Auswertung«) unabhängige Schutzebene.

Verwickelt in / verursacht von

Die Ansicht lässt sich umschalten:

Hinweis: Derzeit ist nur die Ansicht Verursacht von aktiv.

Der Hauptverursacher ist je Unfall genau einer, wie in den amtlichen Beteiligungsdaten angegeben. Der Hauptverursacher ist nicht zwangsläufig der am Unfall Schuldige. Die Schuldfrage steht zum Zeitpunkt der Unfalldatenaufnahmen naturgemäß noch nicht fest. Diese Angabe beruht daher auf der Einschätzung der den Unfall aufnehmenden Beamten.

Schweregrade

Auswahl Bedeutung
verletzt/getötet (alle) alle Personenschäden
getötet amtliche 30-Tage-Definition
schwer verletzt/getötet Getötete nach amtlicher 30-Tage-Definition
schwer verletzt ohne Getötete
leicht verletzt ohne Getötete

Sonderfall: Stürze in Bus und Bahn

Bei öffentlichen Verkehrsmitteln fällt eine Besonderheit auf: Über die Berichtsjahre 2023–2025 kommen rund 2.900 Bus-Insassen zu Schaden — auffällig viel, aber fast durchwegs leichte Verletzungen (gut 90 %; nur 3 Getötete in drei Jahren) und zu knapp 90 % im Ortsgebiet. Es handelt sich überwiegend um Stürze im Fahrzeuginneren: Ein Bus transportiert viele, oft stehende Fahrgäste, und ein einziges Brems- oder Anfahrmanöver kann gleich mehrere Personen zu Sturz bringen. Weil auch leichte Stürze als Personenschaden erfasst werden, summiert sich das trotz minimalen Risikos pro Fahrt zu einer hohen absoluten Zahl.

Ein Teil dieser Fälle sind Alleinunfälle — der Bus ist das einzige beteiligte Fahrzeug, kein Dritter im Spiel. Stürzt hier ein Fahrgast, ohne dass den Lenker (etwa bei einer Notbremsung) ein Verschulden trifft, so wird als Hauptverursacher der gestürzte Fahrgast selbst geführt (rund 290 Fälle). Das hat zwei Seiten:

Folge für die Auswertung: Der Modus »Verursacht von« rechnet diese selbst hauptverursachten Stürze heraus und zeigt dann rund 2.550 statt 2.900 Bus-Insassen. Wer wissen will, wie viele Insassen überhaupt zu Schaden kommen, liest die höhere Zahl im Modus »Verwickelt in«. Der Effekt betrifft vor allem Bus und Schiene; bei den echten Buslenkern als Hauptverursacher bleibt es dagegen bei rund 60 Fällen in drei Jahren.

Datenschutz bei der Auswertung

Es gibt keinen Drilldown auf Einzelfälle — anders als bei den Polizeiberichten. Jede Zahl ist ausschließlich ein serverseitig gebildetes Gruppen-Aggregat (Anzahl je Verkehrsart, Bundesland, Bezirk, Jahr, Gebietsart). Einzelsätze verlassen die Datenbank nie.

Einschränkungen

Erfasst sind ausschließlich Unfälle mit Personenschaden — reine Sachschadensunfälle scheinen in dieser Statistik nicht auf. Die Verkehrsart-Zuordnung fasst verwandte amtliche Codes zu Gruppen zusammen (z. B. Motorroller unter Moped), um die Darstellung lesbar zu halten; die rohen Codes werden nicht ausgeliefert.